Argenschwang 

Im Naturpark Soonwald Nahe

ARGENSCHWANG - Boney M. muss dran glauben. Die Vinyl Langspiel-platte verwandelt sich im Backofen in eine hübsch gefaltete „Schallplatten-Schüssel“ und Fabio (11) ist zufrieden mit seinem Werk.

Von Boney M. hat er ohnehin noch nie etwas gehört – und die erwachsenen Betreuerinnen trösten sich damit, dass die Rillen der Platte sowieso kaputt waren. Im Gemeindehaus von Argenschwang läuft das „Upcycling“-Projekt im Rahmen der Ferienaktion der Verbandsgemeinde Rüdesheim. Acht Kinder sind gekommen, um alte Gurkengläser zu bemalen, ausrangierte Jeans in geflochtene Brotkörbe zu verwandeln oder nicht mehr benötigte Fliesen mit Brettspielen zu bemalen. Verbandsgemeinde-Bürgermeister Markus Lüttger selbst hatte vor Wochen dazu aufgerufen, für diesen Teil der Ferienfreizeit ausrangierte Dinge zu sammeln.

„Wünsche-Gläser“ kommen am besten an

Am besten kommen die „Wünsche-Gläser“ an, wie Betreuerin Petra Born (49) berichtet: „Das Kind kann seine Wünsche auf einen Zettel schreiben und in das Glas stecken. Kurz vor dem Geburtstag kriegen Mama und Papa das Glas, damit die Wünsche in Erfüllung gehen.“ Da machen die Kinder begeistert mit – und alles, was sie basteln, dürfen sie mit nach Hause nehmen.Upcycling

„Upcycling – aus Schrott mach hot“ – ist nur eines von insgesamt 82 Ferien-Projekten, das die Verbandsgemeinde ihren Kindern anbietet. Die Teilnahme ist für die Kinder völlig kostenfrei. Betreuerin Petra Born ist pädagogische Fachkraft und widmet die ersten Ferienwochen schon seit Jahren dieser Aktion: „Ich mache das aus Spaß an der Sache. Früher waren auch meine eigenen Kinder dabei.“ Tochter Tamara, inzwischen 19 Jahre alt, hilft jetzt sogar mit beim Projekt.

Die meiste Arbeit hat sich der kleine Fabio mit einer Kachel gemacht. Geduldig hat er mit dem Lineal Bleistiftlinien gezogen. „Jetzt muss ich mir Farben besorgen“, sagt er. Dann platziert er die Farbtupfer an der richtigen Stelle: Auf der großen Kachel wird nach und nach ein „Mensch-ärger-Dich-nicht“-Spiel sichtbar. Anna Louise (13) hat sich für ein „Mühle“-Spiel entschieden – aber nicht einfach mit schwarzen Punkten. Bei ihr verwandeln sich die Markierungen in rote Rosen: „Ich weiß gar nicht, wie ich drauf gekommen bin. Ich wollte es nicht so langweilig machen. Und es gefällt mir.“

Quelle: Allgemeine Zeitung 17.07.2017 von Wolfgang Bartels